Die neue Zeit

Die neue Zeit

Es hat ein Hammer aufgeschlagen
Im menschlichen Maschinensaal,
Der Ambos klang, und fortgetragen
Wird sein Getön von Thal zu Thal.
Die Berge zittern seinem Dröhnen,
Die Meere wälzen seinen Ruf;
Er bebt an’s Obr der Erde Söhnen
Und lebt im Schönen, das er schuf.

Aus ihrem dunklen Mutterschoosse
Wächst auf zur Kraft durch Noth und Leid,
Mit Muth gesäugt, die schöne, grosse,
Freiblickende, die neue Zeit.
Der Dampf umbraust des Kindes Wiege,
Zur Hochzeit biühn ihr sternenklar
Zum selt’nen Lobn vollkommner Siege
Leuchtblumenketten durch das Haar.

Glückauf, du junge Zeit der Milde.
Der Unschuld, die nur Wahrheit kennt.
Die nach dem kühnen Geistesbilde
Sich höher zu gestalten brennt!
Wir richten unser Haupt zum Grusse
Entgegen deiner edlen Zier,
Wir streuen Blüthen deinem Fusse
Und huldigen und psalmiren dir.

Aus meinen Gedichten, Zürich, Leipzig, Berlin 1902, S. 5.