Die Gattin

Die Gattin

Vöglein, Vöglein!
Pfeifft dein Liedchen gesund
Aus voller Kehle,
Glückliches Vögelein!
Nun gab mir Gott den blassen Mann,
Nun siecht auch Leib nnd Seele.
O Wilhelm!
Wie welk mein Gesicht!
Fiebernde Glut!
Das ist das Gift in meinem Blut.
Leis im Leibe quillt es schon —
Wie wird mir? Wo bist du, Gott?
Erbarmen mir
Und meinem unglücksel’gen Sohn!

Amselrufe, Zürich 1890, S. 7. Online