Interlaken

Interlaken

Der Regen trieft. Die “Jungfrau” hat verhangen
Den Hermelin mit schmutz’gem Trauerflor.
Die Töchter Albions, meist Hopfenstangen,
Flieh’n hochgeschürzt, ein Eumenidenchor.

Im Busen zischen der Erbitt’rung Schlangen,
Schaumblasen wirft der Rinnstein weiß empor,
Verweifelt wird zum “Confiseur” gegangen,
Die magere Miß vertilgt ein Eierrohr.

Ich trinke meinen Wermuth ohne Groll,
Das liebe Herz schlägt, ach, so sehnsuchtsvoll:
Der Liebsten Ankunft kann ich kaum erwarten…
Licht überall, die Welt ein Sonnengarten.

Gedichte, Zürich und Leipzig 1898. S. 448-449. Online