Liebestraum

Liebestraum

Heute Nacht zwischen drei und vier
Lagert’ im Traum ich, ach, bei dir.

Federwolken wölbten dein Bett,
Unserer Liebe Erfüllungsstätt’.

All’ mein Leben zu dir sich zog,
Dein Gegengeben war wonnehoch.

Als unsre Lippen sich küßten tief,
Amor lieblich Amen! rief.

Und er sprang, einen Stern in der Hand,
Aus dem Himmelbett und verschwand.

Ich aber flocht deinen schlanken Hüften
Liederranken in Gliederschriften.

Diorama, Zürich 1890, S. 230-231. Online