Morgen

Juble hinaus deine glückliche Seele,
Juble hinaus sie in’s blühende Feld!
Wie die Lerche mit klingender Kehle
Wirf dein Lied in die schimmernde Welt!

Meiner Liebe verborgene Keime,
Meiner Sehnsucht heimliche Saat,
Meine Gedanken, meine Träume
Stehn im wogenden Hochzeitsstaat.

Selig schweb’ ich auf bebenden Sohlen
Stolz und sicher über die Flur —
Morgen, morgen wird er mich holen,
Dem ich Leib und Seele verschwur!

Diorama, Zürich 1890, S. 152-153. Online