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Zwiegespräch

Zwiegespräch “Den schlechten Schall muß ich verdammen Im Purpursaal der Poesie, Es schrickt die Muse scheu zusammen, Die der Megäre Mund bespie. “Klangvoll der Schatz der schönen Worte Soll rinnen silbern in mein Ohr! An diesem heil’gen Weiheorte Ertöne keusch der Strophen Chor! “Was häßlich gellt vom Staub der Gasse, Ihm schließt die Seele fremd sich zu — O flieh’ mit mir die rohe Masse! Dich liebt die Anmuth — Unart du!” Dem Compliment muß ich mich neigen, Dein Groll und Bannstrahl thut mir weh, Dir schling’ ich gern der Rhythmen Reigen Aus Goldlack und Jasminenschnee. Ich will der Sprache Harfensaiten Dir stimmen hell und seelensüß, Wie Aphrodite sollst du gleiten Aus meines Liedes Zaubervließ. Doch wo der Noth Hyänen heulen, Aasgeier der Gemeinheit schrei’n, Da schlag’ ich drein mit Donnerkeulen — Dich, Zarte, liebt der Sonnenschein. Diorama, Zürich 1890, S. 228-229. Online