Alle Artikel mit dem Schlagwort: Detlev vonLiliencron

Ein Bündel Erika für Liliencron

Ein Bündel Erika für Liliencron (Begleitschreiben.) Ein volles, frisches Bündel Erika Dir, Haideprinz der Poesie, hurrah! Die rothe Haide deiner Heimatweiten Die süße Weide deiner Einsamkeiten Soll Wonne dir und Sehnsuchtsduft bereiten. Du Honigbiene deutscher Dichtung du! Im Schweizeraargau haben wir gepflückt, Was eines Niedersachsen Herz entzückt. Frischroth, jungblühend hat’s uns angelacht, Wir haben gleich dabei an dich gedacht Und selig ausgerauft mit beiden Händen, Was wir dem Liliencron nach München senden. Ein Büschel Dank für soviel Hochgenuß, Süßsaftig wie der Liebe Sommerkuß, Wenn wir im Tannenwalde tiefverschwiegen Naturberauscht uns in den Armen liegen. O köstlich, köstlich schmeckt dein Dichtertrank, Dich schlürfe, wem das Herz im Leibe krank! Weß Seele vom Gespenst der Zeit geschunden, Wem seine Schwinge tropft von Blut und Wunden, Er schlürfe dich, zum Leben zu gesunden. Dein Vers ist Saft und Fülle der Natur, Schmuck blüht dein Lied wie rothe Haideflur. Ein sich’rer Spürhund dichterischen Wildes Folgst du der Fährte kecken Lebensbildes, Und was du packst zu Prosen und Kantaten, Giebt deutscher Dichtung Sonn- und Festtagsbraten. Mein Lieb und ich, von …

Liebesreise

Denkst du daran? Im Februar — — Ein Morgen war es maienklar, Es flimmerte der Zuger See, Wir saßen einzig im Coupé. Was las ich dir, Geliebte, vor? War’s Mackays Weltverachtungschor? Weltlust von Detlev Liliencron? Prinz Carolaths Resignation? Die Nußbonbonchen schmeckten fein (Wir lieben beide Schleckerei’n); Es ward so seltsam uns zu Mut, Die gelben Rosen hauchten Glut. Das war im Tunnel vor Luzern, Da hatten wir uns doppelt gern, Da hatten wir uns dreifach lieb Und küßten Nimm! und kosten Gieb! Es war ein dunkler Augenblick, Es war ein stummes Abschiedsglück. Wir hielten innig uns umpreßt, Es war ein selig Bundesfest. Dann ward es wieder sonnenklar, Du kämmtest dein verwirrtes Haar. Luzern! — Der Zug lief langsam ein; Ein letzter Blick. Ich war allein. Zwischenspiel, Zürich 1894, S. 160-161. Online