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Heines’ Denkmal in Düsseldorf 1893

Heines’ Denkmal in Düsseldorf 1893 In Düsseldorf am Rheine ward Ein deutscher Dichter geboren Der mit des Geistes Hellebard Den Spießern saust’ um die Ohren. Der war die Flamme, der war das Schwert, Für eulenaugige Drachen, Der hat die Saurier Mores gelehrt Mit seinem erleuchteten Lachen. Zu seinen Häupten um Mitternacht Hört er es schwingen und rauschen, Und ein Lied, ein Lied ist ihm aufgewacht, Dem die Freîen, Lebendigen lauschen. Ein Lied so damaszenerscharf, So silberglockenklangvoll, Ein Lied, das brennende Blitze warf, Dunstschneidend, neuzeitrangvoll [sic!]. Die süßen Lieder rühm’ ich nicht, Die durch die Herzen ziehen, Draus unsres Volkes Seele spricht, Die Lurleimelodien… Ich rühme den Düsseldorfer Rath, Den frommen und den reichen, Vor dessen sonniger Ruhmesthat Die Sterne Heine’s erbleichen. Ich rühme den Rath von Düsseldorf, Ich will ihn nicht beleidigen Und gegen seinen moralischen Schorf Die Schönheit Heine’s vertheidigen. So Mancher hat vor der Stirn ein Brett Und kann doch nichts dawider; Nicht jeder liebt wie Elisabeth, Die Kaiserin, blitzende Lieder. Ein Fürstendenkmal hat jeder lieb Im Düsseldorfer Senat wohl, Was ein Düsseldorfer …

Deutsches Lied

Deutsches Lied (Meinem lieben hannoverschen Landsmann Karl Schulenburg in Detroit, Amerika, gewidmet.) Ich bin ein Wand’rer in der Weite Von Land zu Land, von Haus zu Haus, Ich bin der Freiheit hold und breite Von Meer zu Meer die Flügel aus. Zur Seite zieht mir heimattraut Das deutsche Lied, der deutsche Laut. Ich bin der Wahrheit meiner Ahnen, Dem kühnen Sinne sonder Reu, Ich bin dem Geiste der Germanen, Dem grenzenlosen Deutschland treu. Des Unrechts Haß, des Rechtes Wohl Das ist mein Paß von Pol zu Pol. Ich bin vom Gangastrom gestiegen Zur Weser und zum grünen Rhein, Der Brüder Elend zu besiegen, Soll meines Lebens Losung sein, Tod aller Noth und Tyrannei Mein Aufgebot und Feldgeschrei. Im Völkerhain möcht’ ich als Buche Voll Frühlingslaub der Liebe stehn, Daß Kraft in meinem Schatten suche Die müde Welt zum Weitergeh’n. Die Drossel singt so süß vom Baum, Die Quelle klingt und grüßt im Traum. Stolz schreitet Schiller lichtumflossen, Mild lagert Goethe leuchtend jung, Auf Veilchen lächelnd hingegossen Lauscht Heine, wie die Amsel sung. Sie singt so …