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An Leopold Jacoby

An Leopold Jacoby Wie hast du wieder mich durchschüttert! Dein Lied von meinen Lippen klang. Vom Auge mir die Zähre sprang, Am ganzen Leib bin ich erzittert… Sag’, Leopold Jacoby, sage! Aus welchem Quell quoll solche Klage? Ein Jüngling, kaum am Kinn ein Haar, Wie wurdest du so groß, so wahr? Aus welchen Leides Finsternissen Fuhr deines Liedes Licht empor? Welch’ Weh hat deine Brust zerrissen, Das diese Schönheit aufbeschwor? Sieh’! Wie wenn rüttelt Sturmgewalt An Hochgebirges Thurmbasalt, Auf seinem Haupt die Wälder heulen, Doch ruht sein Rumpf auf sichern Säulen, So stößt in jenem Lied dich an Der Schmerz, du bebst und stehst — ein Mann! — — — Laut will ich’s vor den Leuten sagen, Was die Kritik, die Dirne, hehlt: Du hast zuerst in unsern Tagen Das Elend dichterisch beseelt. Du hast mit blutender Erkenntniß Zuerst das Lied der Noth gegellt Und mit durchdenkendem Verständniß Die Zukunft rhythmisch aufgehellt. O wie sich schmetternd zu mir schwang “Der deutschen Sprache Lobgesang.”*) Und mit dir jauchz’ ich in sel’ger Qual: Nun wirst du blühen …