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Schriftstellerheim

Schriftstellerheim Das Hündchen bellte von der rothen Decke — Den Mantel ab nnd in die Sophaecke! Das Wasser siedete mit Luftgezisch, Dampf spie der Koffeekochbauch auf dem Tisch. Fix eingeschenkt von liebenswürd’gen Händen Der schwarzen Blume kräftigstes Geblüt, Und Zürich’s auserles’ne Kuchenlenden Dnrchfasteten mein brodelndes Gemüth. Sechs Jönköpings zu einer Cigarette, Vor Bücherblättern ging sie fünfmal aus; Was frisch gestaut sich aus der krit’schen Stätte, – Durchknusperte die näsch’ge Dichtertmaus. Ein traulich literarisches Geschwätze Von Ibsen, Morin (dieses ist ein Mann, Der Verse macht und keine machen kann) Und von der deutschen Kritikasterkrätze. Von Conrad, Heyse, Zeise, Meise, Bierbaum, Bertha von Suttner, Jemand, Hopfenkranz, Von Zola, Kjelland, Dostojewski, Schmierbaum, Von Beyer, Meyer, Schleier, Lämmerschwanz. Kurzum wovon zwei Herren vom Tintenfaß Nur plaudern mögen sonder Unterlaß. Inzwischen, lieber Hans von Basedow, Hatt’ Ihre Frau, die treue Schasfnerin, Den Havelock gekehrt mit klugem Sinn, Des vorteilhaften Kunstwerks herzlich froh. “Ach, spielen Sie!” Mit Lockenschwung zum Flügel. Was woll’n Sie hören?” “Den Walkürenritt.” Hoch donnernd fortstob’s über Wolkenhügel Und riß mich rasend durch die Lüfte mit. Dann jähe …

Durch Reben fort…

Durch Reben fort… Durch Reben fort! Wie sich die Beeren blähen Gedrängt, mit süßer Herbigkeit erfüllt! Verschwenderische Lichtsaat auszusäen, Hielt selten nur die Sonne sich verhüllt. Was schimpft der Bauer? Holde Rangen krähen, Im Stalle dumpf die brave Milchkuh brüllt, Die Jauche duftet lieblich in die Nase, Frei werden rings die wirkungsvollsten Gase. Nur hügelaufmärts! Jetzt den Blick gewendet! Rechts unten Zürich, hier des Seees Flut. Kein übermüthig blauer Himmel blendet Das Auge mir, das wohlgefällig ruht. Die grünen Höh’n, mit feinem Schnee gerändet, — Mir wird so friedlich weihevoll zu Muth; Behutsam spielt der Wind im Apfelbaume, Leicht über’m Haupt mir schaukelt sich die Pflaume. Genieße willig, was dein Glück beschieden, Millionen längst durch Barbarei verkürzt! Fern der Natur verkümmern sie hienieden, Bis der barmherzige Gott die Fackel stürzt; Die lastenschleppenden Karyatiden, Mit Nacht gegürtet und mit Noth geschürzt, Der Sklav’ im fürchterlichen Eisenjoche, Die Sklavin im verruchten Kellerloche. Allmutter Erde breitet ihre Reize Für jedes offene Menschenauge dar; Doch freche Gier, gepaart mit bösem Geize, Stiehlt jede Lust der unterdrückten Schaar. Daß prahlerisch …